The story of Haidhausen's 'French Quarter' streets · 3 min · Deutsch

Ein Hauch von Paris in München – Das Franzosenviertel von Haidhausen

A narrated story about Haidhausen's 'French Quarter' streets — press play, or read it below.

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3 min · narrated · free

In short: Die Namen wie Orleansplatz oder Sedanstraße erinnern an Siege im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. Früher war Haidhausen ein armes Viertel der Töpfer und Ziegelbrenner, die dort Ziegel brannten, bevor man den militärischen Triumph städtebaulich verewigte.

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The story

Herzlich willkommen am Orleansplatz. Schauen Sie sich einmal in Ruhe um. Wir stehen hier am Tor zu einem der charmantesten und begehrtesten Viertel Münchens: dem Franzosenviertel in Haidhausen.

Doch lassen Sie sich von der heutigen Idylle nicht täuschen. Wenn wir genau hinhören, flüstern die Straßennamen Geschichten von Kanonendonner, politischem Kalkül und einem tiefgreifenden sozialen Wandel. Orleansplatz, Pariser Platz, Sedanstraße, Belfortstraße – diese klangvollen Namen verdankt das Viertel dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870 und 71.

Als nach dem Sieg über Frankreich das Deutsche Kaiserreich proklamiert wurde, wollte man diesen Triumph städtebaulich verewigen. Man plante das Viertel am Reißbrett, inspiriert von der modernen Stadtplanung des Barons Haussmann in Paris. Die Straßen verlaufen hier oft sternförmig auf Plätze zu, ein architektonisches Zitat der großen Pariser Boulevards.

Es ist eine faszinierende Ironie der Geschichte: Ein Viertel, das zur Feier militärischer Siege über Frankreich benannt wurde, atmet heute mehr französisches Lebensgefühl als jeder andere Ort in der Stadt. Doch blicken wir tiefer unter die prächtigen Fassaden der Gründerzeit. Bevor die Generäle die Namen lieferten, war Haidhausen alles andere als herrschaftlich.

Man nannte es das „Viertel der armen Leute“. Der Boden, auf dem Sie stehen, besteht aus dickem, zähem Lehm. Dieser Lehm bestimmte über Jahrhunderte das Schicksal der Menschen hier.

Haidhausen war das Dorf der Hafner – der Töpfer und Ziegelbrenner. Hier wurden die Millionen von Ziegeln gebrannt, aus denen das prächtige München auf der anderen Isarseite erbaut wurde. Während die Adligen in der Residenz tanzten, lebten die Arbeiter hier in winzigen „Herbergshäusern“.

Oft teilten sich mehrere Familien einen einzigen Raum. Es war ein Ort der harten Arbeit, des Schmutzes und der Enge. Wenn Sie später durch die kleinen Seitenstraßen abseits der großen Plätze spazieren, können Sie vereinzelt noch diese niedrigen Häuschen entdecken, die wie aus einer anderen Zeit wirken.

Spazieren Sie nun vom Orleansplatz langsam hinein in die Sedanstraße Richtung Pariser Platz. Merken Sie, wie sich die Atmosphäre wandelt? Wo früher Tagelöhner in Lehmgruben schufteten, finden Sie heute erstklassige Cafés, kleine Boutiquen und prachtvollen Stuck.

Dass das Viertel im Zweiten Weltkrieg weitgehend von Bomben verschont blieb, ist ein großes Glück für uns heute. So blieb das geschlossene Ensemble der Mietshäuser aus der Prinzregentenzeit erhalten. Haidhausen wird oft als das „zweite Schwabing“ bezeichnet, aber das trifft es nicht ganz.

Es ist dörflicher, intimer und vielleicht ein Stück weit authentischer geblieben. Am Pariser Platz, dem Herzstück des Viertels, lässt sich das „Laissez-faire“ besonders gut spüren. Hier trifft man sich am Brunnen, trinkt einen Espresso und vergisst für einen Moment, dass man sich im geschäftigen München befindet.

Genießen Sie Ihren Weg durch diese geschichtsträchtigen Straßen. Haidhausen ist ein Ort der Kontraste, wo das harte Los der Hafner von einst auf die Eleganz der Gegenwart trifft und wo die Namen alter Schlachten heute die Kulisse für friedliche Nachmittage im Café bilden. Viel Vergnügen bei Ihrer Entdeckungstour durch das Münchner Klein-Paris.

That was Haidhausen's 'French Quarter' streets. Avsha tells a story like this about wherever you are — any street, in your language.

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