The story of Japanisches Palais, Dresden, Germany · 3 min · Deutsch

Das Japanische Palais – Ein Traum aus Porzellan am Elbufer

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The story

Willkommen am Neustädter Elbufer, einem Ort, an dem sich die barocke Pracht Dresdens von ihrer exotischsten Seite zeigt. Sie stehen vor dem Japanischen Palais, einem Bauwerk, das so einzigartig ist wie die Geschichte seines Schöpfers. Wenn Sie Ihren Blick über die Fassade schweifen lassen, bemerken Sie sofort die eigentümlichen, geschwungenen Dächer.

Sie erinnern an Pagoden und geben dem Gebäude seinen Namen. Doch dieses Palais war nicht immer als japanisches Schloss geplant. Ursprünglich wurde es um 1715 als Landhaus für den Grafen Flemming errichtet.

Doch nur zwei Jahre später erwarb August der Starke das Anwesen. Der Kurfürst litt an einer Leidenschaft, die er selbst als seine Porzellankrankheit bezeichnete. Er war besessen vom weißen Gold aus Meißen und Ostasien.

Sein Plan war kühn und beispiellos: Er wollte das Japanische Palais zum größten Porzellanschloss der Welt machen. Jedes Zimmer sollte einer bestimmten Farbe oder Art von Porzellan gewidmet sein. Stellen Sie sich vor, wie die Wände mit tausenden kostbaren Vasen, Figuren und Tellern bedeckt gewesen wären, die im Kerzenlicht schimmerten.

Die Architektur, die wir heute sehen, ist das Ergebnis eines monumentalen Umbaus durch die berühmtesten Baumeister der Zeit, darunter Pöppelmann und Longuelune. Schauen Sie sich einmal die Hermen an, die Pfeilerfiguren an den Portalen. Sie tragen asiatische Züge und spiegeln die damalige Begeisterung für alles Fernöstliche wider, die sogenannte Chinoiserie.

Es ist eine Mischung aus strengem sächsischen Barock und der Sehnsucht nach fremden Welten. Obwohl der Traum vom reinen Porzellanschloss nach dem Tod Augusts des Starken nie vollendet wurde, blieb das Palais ein Zentrum der Kultur. Über Jahrhunderte beherbergte es die kurfürstliche Bibliothek und später bedeutende Museen.

Heute finden Sie hier das Museum für Völkerkunde und die Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen. Doch die wahre Magie entfaltet sich oft außerhalb der Mauern. Gehen Sie ein paar Schritte in den Palaisgarten hinter dem Gebäude.

Hier öffnet sich einer der schönsten Ausblicke Dresdens. Während Sie auf den gepflegten Rasenflächen verweilen, blicken Sie direkt über die Elbe auf die Silhouette der Altstadt mit der Frauenkirche und der Hofkirche. Es ist ein Ort der Ruhe, weit weg vom Trubel der Einkaufsstraßen.

Im Sommer verwandelt sich dieser Garten oft in ein lebendiges Kulturareal mit dem Palais Sommer, wo Yoga, Poesie und Musik die barocke Kulisse zum Leben erwecken. Das Japanische Palais erzählt uns eine Geschichte von ungezügelter Sammelleidenschaft, von architektonischem Wagemut und von der Fähigkeit Dresdens, sich nach schweren Zerstörungen immer wieder neu zu erfinden. Es steht als Symbol für die Verbindung zwischen Okzident und Orient, mitten im Herzen Sachsens.

Genießen Sie den Moment an diesem geschichtsträchtigen Ufer, bevor Sie Ihren Weg durch die barocke Neustadt fortsetzen.

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