The story of Der Auer Mühlbach · 3 min · Deutsch

Der Auer Mühlbach — der fast tausendjährige Bach, der versteckt hinter den Häusern der Au fließt.

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The story

Schließen Sie für einen Moment die Augen und lauschen Sie. Hören Sie das stetige Rauschen? Sie stehen hier vor einem der prächtigsten Gebäude Münchens, dem Müllerschen Volksbad.

Doch während die Blicke meist an den prunkvollen Türmen und den geschwungenen Linien des Jugendstils hängen bleiben, fließt direkt neben uns — und oft fast unsichtbar — die eigentliche Lebensader dieses Viertels: der Auer Mühlbach. Dieser Bach ist weit mehr als nur ein schmales Gewässer. Er ist ein technisches Meisterwerk des Mittelalters.

Schon vor fast tausend Jahren wurde er aus der Isar abgezweigt, um die Wasserkraft für die Menschen nutzbar zu machen. Wenn Sie hier am Volksbad stehen, befinden Sie sich am Tor zur Au, einem Viertel, das seine Existenz gänzlich diesem Wasser verdankt. Während die Isar früher wild und unberechenbar war, war der Mühlbach der gezähmte Arbeiter.

Er trieb einst über sechzig Mühlen an — Getreidemühlen, Sägewerke und Hammerschmieden. Er war der Motor Münchens, lange bevor es Elektrizität gab. Schauen Sie einmal hinunter zum Wasser.

Es wirkt heute so friedlich, fast ein bisschen verträumt, wie es sich an den Mauern des Volksbads vorbeischleicht. Doch früher war dies eine Zone des Handwerks und des harten Alltags. Das Müllersche Volksbad selbst, das im Jahr 1901 eröffnet wurde, ist eng mit dieser Wasserwelt verbunden.

Es war ein Geschenk des Ingenieurs Karl Müller an die Münchner Bürger, damit auch die einfachen Leute, die hier in der Au oft in ärmlichen und engen Herbergshäusern lebten, einen Ort für Hygiene und Erholung hatten. Es war damals das teuerste und modernste Hallenbad der Welt. Die Architektur im Inneren spiegelt das fließende Element des Wassers wider, während draußen der Bach unermüdlich seinen Weg sucht.

Wenn Sie nun Ihren Blick flussabwärts richten, dorthin, wo der Bach hinter den Häuserzeilen der Oberen Au verschwindet, ahnen Sie vielleicht, warum man ihn den versteckten Bach nennt. Er fließt oft durch private Hinterhöfe, unter kleinen Brücken hindurch und direkt an den Fenstern der alten Häuser vorbei. Es ist eine fast dörfliche Idylle mitten in der Millionenstadt.

Der Auer Mühlbach hat sich seinen Charakter bewahrt. Er lässt sich nicht gänzlich begradigen oder in tiefe Betonröhren sperren. Er bleibt eigenwillig.

Während Sie nun Ihren Spaziergang fortsetzen, achten Sie darauf, wie sich die Atmosphäre verändert. Der Trubel der Stadt tritt zurück und weicht dem sanften Plätschern. Sie wandern nun auf geschichtsträchtigem Boden, entlang eines Gewässers, das Münchens Handwerk und Wohlstand erst möglich gemacht hat.

Es ist ein Ort der Geheimnisse und der Ruhe. Genießen Sie diesen Weg am Wasser, der uns zeigt, dass die schönsten Schätze einer Stadt oft dort liegen, wo man sie auf den ersten Blick gar nicht vermutet.

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