The story of Die Asamkirche · 3 min · Deutsch

Die Asamkirche — warum zwei Brüder sich mitten in München ihre eigene Privatkirche bauten

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The story

Bleiben Sie für einen Moment genau hier auf der Sendlinger Straße stehen. Um Sie herum tobt das moderne Münchner Leben, Menschen eilen mit Einkaufstüten an Schaufenstern vorbei, und das Geräusch der Stadt bildet eine ständige Kulisse. Doch direkt vor Ihnen, fast schon eingequetscht in eine schmale Häuserzeile, erhebt sich etwas, das so gar nicht in die rationale Welt der Gegenwart zu passen scheint.

Es ist die Fassade der Asamkirche, und sie wirkt, als wäre sie organisch aus dem Boden gewachsen. Die Geschichte dieses Ortes ist die Geschichte einer monumentalen Geschwisterliebe und einer ordentlichen Portion Egozentrik. Die Brüder Cosmas Damian und Egid Quirin Asam waren im 18.

Jahrhundert die absoluten Superstars des bayerischen Barock. Der eine war ein genialer Maler, der andere ein meisterhafter Bildhauer und Stuckateur. Sie arbeiteten für Äbte und Fürsten in ganz Europa, aber hier, in der Sendlinger Straße, wollten sie sich ein Denkmal setzen, das nur ihnen ganz allein gehörte.

Egid Quirin Asam kaufte das Nachbarhaus, das Sie links von der Kirche sehen können, und begann im Jahr 1733 damit, direkt daneben seine ganz persönliche Kapelle zu errichten. Das Besondere daran? Er baute sie ohne einen offiziellen Auftraggeber.

Er war sein eigener Bauherr, sein eigener Architekt und sein eigener Mäzen. Er wollte ein prachtvolles Gotteshaus für sein eigenes Seelenheil schaffen – und ganz nebenbei eine Art Showroom eröffnen, um potenziellen Kunden zu zeigen, was das Duo Asam handwerklich so alles draufhatte. Schauen Sie sich die Fassade einmal genauer an.

Unten sehen Sie riesige, unbehauene Felsen aus Gneis, auf denen die Säulen zu ruhen scheinen. Es ist ein Spiel mit der Natur und der Architektur, typisch für das dramatische Lebensgefühl des Barock. Über dem Eingang thront der Heilige Johannes Nepomuk, dem die Kirche gewidmet ist.

Doch das wahre Spektakel erwartet Sie, wenn Sie die Schwelle überschreiten. Im Inneren herrscht ein bewusst inszeniertes Lichtspiel. Der untere Bereich ist dunkel und fast schon bedrückend gehalten, was das irdische Leid symbolisieren soll.

Doch je weiter Ihr Blick nach oben wandert, desto heller und goldener wird es, bis das Auge beim riesigen Deckenfresko landet, das den Himmel darstellt. Die Kirche ist winzig, kaum acht Meter breit, aber durch die geschickte Nutzung von Licht und Schatten wirkt sie unendlich tief und weit. Ursprünglich sollte kein normaler Münchner diesen Prunk je zu Gesicht bekommen.

Es war als Privatkapelle geplant, sogar mit einem Fenster im Schlafzimmer des Asamhauses, durch das Egid Quirin direkt auf den Hochaltar blicken konnte. Doch die Bürger Münchens waren empört über diesen exklusiven Luxus und protestierten so lange, bis die Brüder gezwungen waren, ihr Juwel für die Öffentlichkeit zu öffnen. Wenn Sie heute hineingehen, betreten Sie also einen Ort, der aus purem Stolz und tiefster Frömmigkeit entstand – ein winziges Stück Himmel, mitten auf einer Einkaufsstraße.

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