The story of Charles Bridge · 3 min · Deutsch

Die Karlsbrücke: Prags steinernes Herzstück

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The story

Herzlich willkommen in Prag. Bleiben Sie einen Moment stehen, schließen Sie vielleicht kurz die Augen und spüren Sie das raue Kopfsteinpflaster unter Ihren Füßen. Sie befinden sich auf einem der geschichtsträchtigsten und magischsten Orte Europas: der Karlsbrücke.

Seit über 600 Jahren verbindet dieses Monument die Prager Altstadt mit der malerischen Kleinseite und trotzt dabei unermüdlich den Fluten der Moldau. Stellen Sie sich vor, wie es hier im Jahr 1357 zuging. Kaiser Karl der Vierte höchstpersönlich legte den Grundstein.

Und er überließ nichts dem Zufall. Den Chroniken nach geschah dies genau am 9. Juli um 5 Uhr und 31 Minuten.

Wenn man diese Zahlen hintereinanderschreibt, ergibt sich eine numerologische Pyramide: eins-drei-fünf-sieben-neun-sieben-fünf-drei-eins. Man glaubte fest daran, dass diese magische Konstellation die Brücke für alle Ewigkeit vor Hochwasser und Zerstörung schützen würde. Eine charmante lokale Legende besagt sogar, dass die Maurer tausende von Eiern unter den Mörtel mischten, um die Konstruktion besonders stabil zu machen.

Ob das nun historisch belegt ist oder nicht – die Brücke steht heute noch so fest wie eh und je. Während Sie nun langsam weiterschreiten, lassen Sie Ihren Blick über die dreißig Heiligenstatuen schweifen, die wie stille Wächter den Weg säumen. Diese barocke Freiluftgalerie ist einzigartig.

Die wohl bekannteste Figur ist die des Heiligen Johannes von Nepomuk. Sie erkennen sie leicht an dem Heiligenschein mit den fünf goldenen Sternen. Die Legende erzählt, dass er genau hier in den Fluss geworfen wurde, weil er sich weigerte, das Beichtgeheimnis der Königin gegenüber dem eifersüchtigen König Wenzel zu brechen.

Schauen Sie auf das Bronzerelief zu seinen Füßen. Sehen Sie, wie es an einer Stelle golden glänzt? Das kommt von den Millionen Händen, die es im Laufe der Jahre berührt haben.

Man sagt, wer das Relief berührt, dem ist Glück gewiss und er wird ganz sicher eines Tages nach Prag zurückkehren. Blicken Sie auch auf die beiden Enden der Brücke. Der Altstädter Brückenturm auf der einen Seite ist ein Meisterwerk der Gotik und war früher der prachtvolle Eingangsweg der böhmischen Könige zu ihrer Krönung.

Auf der anderen Seite, Richtung Kleinseite, ragen zwei unterschiedliche Türme auf. Der kleinere von ihnen ist ein kostbarer Überrest der Judithbrücke, der romanischen Vorgängerin, die hier stand, bevor ein verheerendes Hochwasser sie im 12. Jahrhundert zerstörte.

Egal, ob Sie die Brücke im goldenen Licht des Sonnenuntergangs erleben oder im mystischen Morgennebel, wenn die Statuen wie Geister aus dem Dunst auftauchen: Die Karlsbrücke ist die Seele Prags. Genießen Sie den weiten Blick hinauf zur Prager Burg, lauschen Sie dem fernen Plätschern der Moldau und lassen Sie sich von der zeitlosen Eleganz dieses Ortes verzaubern. Viel Vergnügen auf Ihrem weiteren Weg durch die goldene Stadt.

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