The story
Herzlich willkommen hier im Herzen Berlins, an einem Ort, an dem sich die Geschichte der Stadt so dicht und greifbar übereinanderstapelt wie kaum irgendwo sonst. Wenn Sie Ihren Blick jetzt von diesem Standpunkt am Monbijouplatz über die Spree schweifen lassen, sehen Sie eines der eindrucksvollsten Panoramen Europas. Direkt vor Ihnen breitet sich die Museumsinsel aus, die zum UNESCO-Welterbe gehört.
Besonders markant ist die majestätische Kuppel des Bode-Museums, die wie ein steinerner Bug in den Fluss ragt, dort, wo sich die Spree und der Kupfergraben teilen. Doch richten Sie Ihren Blick nun einmal ein wenig tiefer, auf das grüne Band direkt vor uns: den Monbijoupark. Was heute eine beliebte Liegewiese ist, auf der im Sommer getanzt wird und Kinder im Freibad planschen, war einst der Standort eines der elegantesten Bauwerke Preußens.
Der Park ist buchstäblich der Fußabdruck eines verlorenen Schatzes. Hier stand das Schloss Monbijou. Der Name ist Programm: „Mon bijou“ ist Französisch und bedeutet „mein Kleinod“ oder „mein Schmuckstück“.
Ursprünglich im frühen 18. Jahrhundert als bescheidenes Lustschloss für die Gemahlin von Friedrich dem Ersten erbaut, wurde es später zur prachtvollen Sommerresidenz der Königin Sophie Dorothea ausgebaut. Es war ein Meisterwerk des Rokoko, umgeben von gepflegten Gärten, die bis direkt an das Ufer der Spree reichten.
Später beherbergte das Schloss das Hohenzollern-Museum, eine Schatzkammer der preußischen Geschichte. Doch die Geschichte schlug hier grausam zu. In den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs, besonders zwischen 1943 und 1945, wurde das „Juwel“ schwer getroffen und brannte fast vollständig aus.
Jahrelang ragten die Ruinen als Mahnmal aus dem Boden, bis die DDR-Regierung im Jahr 1959 beschloss, die Überreste endgültig abzutragen, anstatt sie wiederaufzubauen. Man wollte Platz schaffen für ein neues, sozialistisches Stadtbild. Wenn Sie heute durch den Park spazieren, laufen Sie über die Fundamente der königlichen Gemächer.
Nichts vom Mauerwerk ist geblieben, und doch ist die Aura des Schlosses in der Weite des Platzes noch spürbar. Die S-Bahnen, die im Hintergrund über den Viadukt rattern, bilden den modernen Kontrast zu dieser Leere. Schauen Sie noch einmal hinüber zur Museumsinsel.
Dort drüben wurde das Stadtschloss mit großem Aufwand rekonstruiert. Hier auf dieser Seite der Spree hat man sich für einen anderen Weg entschieden: den Weg der Offenheit und des öffentlichen Raums. Wo einst Könige hinter Mauern wandelten, genießen heute Berliner und Besucher aus aller Welt die Sonne.
Es ist ein Ort der Heilung und der Lebensfreude geworden, auch wenn das prachtvolle Schloss Monbijou heute nur noch in den Geschichtsbüchern und in unserer Vorstellung existiert. Genießen Sie diesen Moment zwischen der steinernen Pracht der Museen und der lebendigen Freiheit dieses geschichtsträchtigen Parks.