The story of The Schillerstraße runs through the Bahnhofsviertel, the immigrant-market · 3 min · Deutsch

Ein Mikrokosmos der Welt – Die Schillerstraße im Münchner Bahnhofsviertel

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The story

Willkommen in der Schillerstraße. Wenn Sie hier, nur wenige Schritte vom Münchner Hauptbahnhof entfernt, stehen, spüren Sie sofort, dass München weit mehr ist als nur bayerische Gemütlichkeit und schicke Boutiquen. Sie befinden sich im Herzen des Bahnhofsviertels, in der Ludwigsvorstadt, einem Ort, der wie kaum ein anderer in der Stadt von den Rhythmen der Ankunft und des Wandels geprägt ist.

Atmen Sie einmal tief ein. Es riecht hier nicht nach frischen Brezen, sondern nach geröstetem Kreuzkümmel, starkem Mokka und dem süßen Duft von frisch gebackenem Baklava. Die Schillerstraße ist die Schlagader dieses Ankunftsquartiers.

Schon in den 1950er und 60er Jahren war dies der erste Anlaufpunkt für die Menschen, die über das Gleis 11 des Hauptbahnhofs nach Deutschland kamen – die sogenannten Gastarbeiter aus Italien, Griechenland und vor allem der Türkei. Sie brachten ihre Träume, ihre Energie und ihre kulinarischen Schätze mit. Wenn Sie die Straße entlanglaufen, sehen Sie links und rechts die stapelweise aufgetürmten Obst- und Gemüsekisten der türkischen Lebensmittelhändler.

Schauen Sie sich den Supermarkt Verdi an – er ist eine Institution. Hier mischt sich das bunte Treiben der Einheimischen mit dem der Neuankömmlinge, während vor der Tür die Händler lautstark ihre Waren anpreisen. Doch die Schillerstraße ist nicht nur türkisch geprägt.

Sie ist ein europäischer Mosaikstein. Zwischen den Gemüsehändlern finden Sie traditionsreiche griechische Tavernen, in denen der Ouzo fließt und die Atmosphäre so unverfälscht ist wie in einer Seitenstraße von Athen. Es ist dieser Mix aus Bodenständigkeit und Weltoffenheit, der diesen Ort so besonders macht.

Achten Sie während Ihres Spaziergangs auf die Architektur. Über den modernen Leuchtreklamen der Handyläden und den Schaufenstern der Elektronik-Großhändler ragen oft noch die prächtigen Fassaden der Gründerzeit empor. Die Schillerstraße war einst ein bürgerliches Viertel, bevor sie nach dem Krieg zum Zentrum des Handels wurde.

Die alten Großhändler, die hier seit Jahrzehnten ansässig sind, verkaufen alles – von riesigen Teppichen bis hin zu Gastronomiebedarf für die halbe Stadt. Dieses Viertel schläft nie wirklich. Es ist laut, es ist manchmal chaotisch, und es ist ehrlich.

Es ist der Ort, an dem München zeigt, wie Integration im Alltag funktioniert: über den Tresen hinweg, beim gemeinsamen Essen oder beim Feilschen um den besten Preis. Die Schillerstraße ist kein Museum, sie ist ein lebendiger Organismus. Lassen Sie sich von der Energie mitreißen.

Vielleicht gönnen Sie sich am Ende Ihres Weges einen starken türkischen Tee in einem der kleinen Cafés. Setzen Sie sich nach draußen, beobachten Sie das Treiben und spüren Sie den Puls einer Stadt, die hier, in diesem kleinen Viertel, mit der ganzen Welt verbunden ist.

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